Über mich
Oliver Baurhenn ist als Kurator, Kulturmanager und Radioproduzent in Berlin tätig und arbeitet an der Schnittstelle von experimenteller (Pop-) Musik, Klangkunst und zeitgenössischer Kultur. Von 2000 bis 2024 war er künstlerischer Co-Leiter und Geschäftsführer des CTM – Festival for Adventurous Music and Art und prägte damit eine der wichtigsten europäischen Plattformen für experimentelle Klang- und Medienpraktiken.

Profil
Von 2000 bis 2024 war Baurhenn künstlerischer Co-Leiter und Geschäftsführer des CTM – Festival for Adventurous Music and Art, das zu den führenden europäischen Festivals für experimentelle Musik und Medienkultur zählt. Gemeinsam mit seinen Co-Direktor:innen entwickelte er das CTM von einer kleinen, unabhängigen Initiative zu einer international anerkannten Kulturplattform mit einem Jahresbudget von über zwei Millionen Euro, bis zu 40.000 Besucher:innen sowie einem festen Team von zehn Mitarbeiter:innen.
n dieser Zeit entwickelte er transdisziplinäre Programme, die Musik, bildende Kunst, Performance und kritischen Diskurs miteinander verbinden, und etablierte langfristige Kooperationen mit Institutionen wie dem Kunstraum Kreuzberg, dem HAU – Hebbel am Ufer, dem Goethe-Institut und dem Berghain. Darüber hinaus gründete und leitete er die DISK – Initiative Bild & Ton e. V., den organisatorischen Träger des Festivals.
Parallel zu seiner Arbeit bei CTM initiierte und leitete Baurhenn mehrere europäische Kooperationsprojekte im Bereich experimenteller Musik und Klangkunst, darunter SHAPE+, SoCCoS – Sound of Culture / Culture of Sound sowie ECAS – European Cities of Advanced Sound. Von 2010 bis 2022 war er Vorsitzender des internationalen Netzwerks ICAS – International Cities of Advanced Sound, das Festivals und Institutionen weltweit miteinander verbindet, die sich experimentellen Klangpraktiken widmen.
Seine kuratorische Arbeit umfasst Ausstellungen, Auftragsarbeiten, Residenzen und interdisziplinäre Projekte, die in Zusammenarbeit mit Museen und Kulturinstitutionen in ganz Europa entstanden sind. Er ist Mitbegründer des Berliner Projektraums General Public und war zuvor an der deutsch-niederländischen Galerie Kunstruimte-Berlin beteiligt. 2001 arbeitete er als kuratorischer Mitarbeiter der 2. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst unter der Leitung von Saskia Bos.
Darüber hinaus ist Baurhenn seit vielen Jahren als Radioproduzent und Moderator tätig. Von 2010 bis 2024 produzierte er Teile der Sendereihe „Zeit-Ton extended” für den österreichischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk ORF Ö1 mit Komponistinnen und Musikerinnen wie Éliane Radigue, Rebecca Saunders, Hildur Guðnadóttir und Werner Dafeldecker. Seit 2009 produziert er außerdem CTM Radio beim Berliner Community-Sender reboot.fm.
Seine Texte beschäftigen sich mit Fragen kultureller Produktion, Diversität und Politik. Gemeinsam mit Ibrahim Quraishi ist er Co-Autor von „Cultural Apartheid in Germany” (erscheint 2027) sowie Mitherausgeber von „Gendertronics – Der Körper in der elektronischen Musik” (Edition Suhrkamp, 2005) und „The Knot: An Experiment on Collaborative Art in Urban Public Space” (Jovis Verlag, 2011). Darüber hinaus veröffentlichte er Essays, unter anderem in der taz und bei CounterPunch.
Von 2013 bis 2025 war er Mitglied und später Sprecher des Rats für die Künste Berlin. Er beteiligte sich an Debatten über Kulturförderung, Berliner Kulturpolitik sowie die Arbeitsbedingungen von Künstler:innen und anderen Akteur:innen des kulturellen Feldes. Von 2022 bis 2025 war er Mitglied des Kuratoriums des Deutschen Musikfonds (Musikfonds e. V.).
Heute arbeitet er als freier Fördermittelberater und Projektentwickler und unterstützt Festivals sowie Kulturorganisationen bei der Einwerbung und Umsetzung europäischer Förderprogramme. Seit April 2026 ist er außerdem EU Grant Manager bei der Association of European Jewish Museums (AEJM).
Kuratorische Praxis
Die kuratorische Praxis von Baurhenn basiert auf der Überzeugung, dass Klang nicht nur ein künstlerisches Medium, sondern auch eine Denkweise über Raum, Kollektivität, Technologie und soziale Erfahrung ist.
In Ausstellungen, Performances und Festivalformaten bringt er Künstler:innen aus den Bereichen Musik, Bildende Kunst, Performance und Forschung zusammen. Diese Konstellationen überschreiten häufig disziplinäre Grenzen und schaffen Räume, in denen unerwartete Begegnungen zwischen künstlerischen Praktiken, Publikum und Ideen entstehen können.
Ein wiederkehrendes Interesse seiner Arbeit gilt der Beziehung zwischen experimenteller künstlerischer Praxis und breiteren kulturellen sowie politischen Fragestellungen, beispielsweise wie Musik und Klangkunst Themen wie Diversität, postkoloniale Kritik, Gender oder digitale Transformation verhandeln. Dies spiegelt nicht nur ein programmatisches Interesse wider, sondern auch ein langjähriges Engagement für den Aufbau von Institutionen und Plattformen, die strukturell offen, international vernetzt und kritisch reflektiert sind.
Seine kuratorische Arbeit bewegt sich zwischen unabhängigen künstlerischen Szenen und institutionellen Kontexten sowie zwischen lokalen Verankerungen und globalem Austausch. Ziel ist es, Bedingungen zu schaffen, unter denen sich künstlerische Experimente und kulturelle Dialoge jenseits der Logiken von Markt und Mainstream entfalten können.